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Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) verabschiedet: Der neue EU-Standard für nachhaltige Lieferketten

Am 15. März 2024 votierten die Vertreter der EU-Mitgliedstaaten im Ausschuss der Ständigen Vertreter (COREPER) für die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD), auch bekannt als „Supply Chain Act“. Die Richtlinie zielt darauf ab, große Unternehmen bezüglich der realen und potenziellen negativen Effekte ihrer Geschäftstätigkeiten, ihrer Tochterunternehmen und ihrer gesamten Lieferkette auf Umwelt und Menschenrechte in die Pflicht zu nehmen. Das Europäische Parlament stimmte schließlich am 24. April 2024 über die Richtlinie ab und nahm sie mit 374 zu 235 Stimmen bei 19 Enthaltungen an.
Lesedauer 2 Minuten

Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive unterstützt das Bestreben der EU, nachhaltige Entwicklung zu fördern und gleichzeitig wirtschaftliches Wachstum und sozialen Fortschritt zu unterstützen.

Hintergrund und Zweck

Die CSDDD ist eine Antwort auf die wachsende Besorgnis über die negativen Auswirkungen globaler Lieferketten auf Menschen und die Umwelt. Skandale wie Kinderarbeit, Zwangsarbeit und gravierende Umweltzerstörungen haben die Notwendigkeit einer stärkeren Regulierung aufgezeigt. Die Richtlinie soll sicherstellen, dass Unternehmen in der EU Verantwortung für die Auswirkungen ihrer Tätigkeiten entlang der gesamten Lieferkette übernehmen.

Kerninhalte der CSDDD

Die CSDDD verlangt von Unternehmen, dass sie wirksame Due-Diligence-Verfahren einrichten, um Risiken für Menschenrechte und die Umwelt zu identifizieren, zu verhindern und zu mindern. Dies umfasst mehrere Schlüsselbereiche:

  • Risikoanalyse: Unternehmen müssen die tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen ihrer Aktivitäten auf Menschenrechte und Umwelt verstehen.
  • Maßnahmen zur Risikominderung: Nach der Identifikation von Risiken sind angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um diese zu verhindern oder zu mindern.
  • Transparenz: Unternehmen müssen regelmäßig über ihre Due-Diligence-Prozesse und -Ergebnisse berichten.
  • Rechenschaftspflicht: Es sollen Mechanismen etabliert werden, durch die betroffene Gemeinschaften Beschwerden einlegen können.

Anwendungsbereich

Die Richtlinie richtet sich an große Unternehmen und Konzerne, die in der EU tätig sind. Dies schließt sowohl in der EU ansässige Unternehmen als auch solche mit erheblicher Geschäftstätigkeit in der EU ein. Kleinere Unternehmen können unter bestimmten Bedingungen ebenfalls in den Anwendungsbereich fallen, insbesondere wenn sie in Sektoren mit hohem Risiko tätig sind.

Herausforderungen und Kritik

Die Implementierung der CSDDD stellt Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen. Dazu gehören die Komplexität der Lieferketten, die Schwierigkeit der Überwachung von Lieferanten und die Kosten der Implementierung der geforderten Maßnahmen. Kritiker der Richtlinie weisen zudem darauf hin, dass die Standards und Erwartungen klarer definiert werden müssen, um Rechtssicherheit zu gewährleisten und eine einheitliche Anwendung zu sichern.

Ausblick

Die CSDDD ist ein dynamisches Instrument, das im Laufe der Zeit angepasst werden könnte, um auf neue Erkenntnisse und Herausforderungen zu reagieren. Es wird erwartet, dass sie nicht nur die Praktiken von Unternehmen verändert, sondern auch zu einer breiteren kulturellen Verschiebung in der Wirtschaft führt, bei der Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung immer mehr in den Vordergrund rücken.

Insgesamt spiegelt die Einführung der CSDDD das wachsende globale Bestreben wider, Geschäftspraktiken nicht nur nach ihrem wirtschaftlichen, sondern auch nach ihrem sozialen und ökologischen Nutzen zu bewerten. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer gerechteren und nachhaltigeren globalen Wirtschaft.

Unser Experte

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Matti Fiedler
Matti Fiedler begleitet Unternehmen und Organisationen bei der Umsetzung der komplexen gesetzlichen Herausforderungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung, der DSGVO und dem Hinweisgeberschutzgesetz und der Nachhaltigkeitsberichterstattung.